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Aal

Aal

Anguilla anguilla

Flussaale (Anguillidae)

Schlangenförmiger, nachtaktiver Wanderfisch mit faszinierendem Lebenszyklus; Bestand stark gefährdet.

Aal

Anguilla anguilla

Der Aal ist neben dem Karpfen, dem Lachs oder der Forelle sicher eine der bekanntesten Süßwasserfischarten unserer Gewässer. Obwohl er als Speisefisch äußerst beliebt ist, wird er aufgrund seiner schlangenartigen Gestalt, seiner verborgenen Lebensweise und seines Rufs als Aasfresser nicht von jedem geschätzt. Dabei ist er alles andere als ein Aasfresser und in seiner Lebensweise und in seinem Fortpflanzungszyklus sicher eine der faszinierendsten Fischarten unserer Flüsse und Seen.

Aale gehören zu den sogenannten katadromen Wanderfischen. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens in den zahlreichen Küsten- und Binnengewässern, um mit Erreichen der Geschlechtsreife über große Strecken bis zu ihrem Laichgebiet, der Sargassosee (nahe der Bahamas) zu wandern und dort abzulaichen. Da sie als sog. Blankaal auf ihrer Laichwanderung die Nahrungsaufnahme nach und nach einstellen und sich der Verdauungstrakt zu Gunsten der Geschlechtsorgane komplett zurückbildet, sterben die Elterntiere nach dem Ablaichen. Die zunächst weidenblattförmigen Aallarven benötigen ca. 2-3 Jahre, um mit Unterstützung des Golfstroms wieder an die europäischen Küsten zu gelangen und erreichen erst hier ihre eigentliche aalartige, aber zunächst noch unpigmentierte Gestalt. In diesem Stadium werden sie als Glasaale bezeichnet. Von den Küsten wandern die Jungaale als sogenannte Steigaale (bzw. Gelbaale) in großer Zahl die Flusssysteme stromaufwärts und dringen dabei bis in die Forellenregion kleinerer Bäche vor.

In Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden bzw. bevorzugten Nahrung können sich 2 verschiedene ökologische Typen des Aals entwickeln. Weitgehend fischfressende (piscivore) Aale entwickeln sich zum sog. Breitkopfaal, die eher Kleinlebewesen aufnehmenden Aale zum sog. Spitzkopfaal. Beide Formen sind ausgesprochen nachtaktiv und verbergen sich tagsüber in geeigneten Verstecken.

Fischereiwirtschaftlich ist der Aal von sehr großer Bedeutung. Eine Vermarktung dieser Fischart findet sowohl als Speisefisch oder zu Besatzzwecken statt und ist für viele Berufsfischer ein wichtiges Standbein. Auch unter Anglern wird die Fischart sehr geschätzt und besitzt aufgrund der für den Fang erforderlichen “Nachtsitzungen” einen besonderen Reiz.

Leider sind die Aalbestände unserer Gewässer in den letzten beiden Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Neben der starken Überfischung der Glasaalbestände an den Küsten sind weitere gravierende Faktoren (u.a. ein parasitär in der Schwimmblase des Aals lebender Nematode) für den Rückgang der Aalbestände verantwortlich..

Erkennungsmerkmale

  • Langer, schlangenförmiger, schleimiger Körper
  • Durchgehender Flossensaum (Rücken-, Schwanz-, Afterflosse verbunden)
  • Sehr kleine Schuppen, in der Haut eingebettet
  • Färbung gelblich (Gelbaal) bis silbrig (Blankaal)

Laichzeit

Laicht nur einmal im Leben in der Sargassosee (Atlantik), wandert dafür aus Europa ab

Beste Fangzeit

Warme Sommernächte, besonders bei Gewitterstimmung

Nahrung

WürmerInsektenlarvenKrebstierekleine FischeFischlaich

Empfohlene Köder

TauwurmKöderfischFischfetzen

Fangmethoden

GrundangelnNaturköderangeln

Gut zu wissen

Der Europäische Aal ist stark gefährdet und durch die EU-Aalverordnung geschützt. Vielerorts gelten besondere Schonbestimmungen.

Schonzeiten & Mindestmaße nach Bundesland

Alle Bundesländer →
Bundesland Schonzeit Mindestmaß
Baden-Württemberg 15.09.-01.03. 50 cm (Nur Rhein)
Bayern 01.10.-31.12. 50 cm
Berlin 50 cm
Brandenburg 50 cm
Bremen 01.10.-31.01. 45 cm
Hamburg 45-75 cm
Hessen 15.09.-01.03. 50-70 cm
Mecklenburg-Vorpommern 01.12.-28.02. 50 cm
Niedersachsen 35 cm
Nordrhein-Westfalen 01.10.-01.03. 50 cm
Rheinland-Pfalz 50 cm
Saarland 50 cm
Sachsen 50 cm
Sachsen-Anhalt 50 cm
Schleswig-Holstein 50 cm
Thüringen 01.11.-28.02. 50 cm

Community-Daten, ohne Gewähr. Schonzeiten und Mindestmaße unterscheiden sich je nach Gewässer, Verein und Verordnung und ändern sich regelmäßig. Verbindlich ist immer die aktuelle Landesfischereiverordnung bzw. die jeweilige Gewässerordnung. „—" = keine landesweite Angabe.

Häufige Fragen zum Aal

Wie groß wird der Aal?

Der Aal erreicht typischerweise 40-80 cm (max. 150). Das Gewicht liegt bei 0.3-1.5 kg (max. 6).

Wie fängt man den Aal?

Bewährte Methoden sind Grundangeln, Naturköderangeln. Als Köder eignen sich Tauwurm, Köderfisch, Fischfetzen.

Wann beißt der Aal am besten?

Warme Sommernächte, besonders bei Gewitterstimmung Eine Monatsübersicht findest du im Saisonkalender.

Wann laicht der Aal?

Die Laichzeit ist Laicht nur einmal im Leben in der Sargassosee (Atlantik), wandert dafür aus Europa ab. In dieser Zeit gilt häufig eine Schonzeit.

Hat der Aal eine Schonzeit?

Ja. Schonzeit und Mindestmaß für den Aal unterscheiden sich je Bundesland – die genauen Werte stehen in der Tabelle oben. Verbindlich ist die Landesfischereiverordnung.

Kann man den Aal essen?

Ja, der Aal ist ein geschätzter Speisefisch.

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Informationen teilweise aus: anglermap.de

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